Channis Blog

16.11.2020
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Perfekt mit Nebenwirkungen

Unter uns Kosmetikos gibt es verschiedene Sorten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit...). Solche, die mit Begeisterung ständig neue Produkte ausprobieren - Spielarten des gleichen Produktes, wie etwa Duschgel - oder auch gern völlig neue Produkte, z.B. Wimpernseren, die in dieser wirksamen Form ja erst wenige Jahre erhältlich sind. Dann gibt es solche, die auf der Suche nach dem optimalen Produkt einer bestimmten Sparte sind - welcher ist der beste Nagellack, welche ist die perfekte Reinigungsmilch für meine Haut....

Ich hab beides gemacht, gestützt von Blogs und Beautyboxen, Aufstellern im Drogeriemarkt, Empfehlungen in der Parfümerie... Irgendwann reicht es mit den Innovationen, irgendwann hat sich genug angesammelt und irgendwann entwckelt man auch mal ein neues Hobby. Siehe unten.

Was tut man eigentlich, wenn man die perfekte Reinigung und Pflege gefunden hat?

Also, genauer, was tut man mit dem ganzen anderen Kram?!

Was mir passiert ist: Die perfekte Gesichtscreme habe ich schon sehr lange gefunden. Falls ich daran nochmal was ändern sollte, dann mit selbstgemachter Kosmetik. Falls andere Gesichtspflege in mein Haus geflattert ist, habe ich sie ausprobiert und meist auf andere Haut geschmiert (Mann, Füße...).

Dann kam das neue Hobby: Ich bin unter die Seifensieder gegangen. Relativ schnell hatten sich ALLE Reinigungsprodukte erledigt. Ein paar machen mir noch Freude und ich brauche sie auf, wenn ich Zeit und Lust habe (Reinigungsbalm oder -öl etwa), andere Produkte werfen rein mengenmäßig echte Probleme auf. Was tun mit 20 Flaschen Luxus-Duschgel? Parfümierte Kostbarkeiten, die in einer Geschenkpackung gekommen sind oder der preiswertere Frustkauf statt noch 'ner Flasche Parfum waren. Alle längst zu alt, um sie noch zu verschenken (und mein näheres Umfeld habe ich sowieso schon längst zu Seife bekehrt).

Tja, und jetzt zeigt sich, dass die Seife auch noch eine eigentlich willkommene Nebenwirkung hat: Ich muss meinen Körper nicht mehr eincremen. Das war in der Duschgel-Ära Pflicht gewesen, jetzt ist es Kür, und weil ich selten Lust dazu habe, lass ich es. Aber was mache ich jetzt mit den ganzen parfümierten Luxus-Lotionen? Den Körperbuttern, den edlen Ölen?

Handcreme brauche ich auch nur noch sehr selten, normalerweise creme ich mir die Hände mit dem Rest Gesichtscreme ein, das reicht. Die einzige Stelle, die noch reichlich Pflege braucht, sind meine Füße. Deswegen habe ich am Bett und am Sofa eine Tube was auch immer liegen und massiere mir einmal täglich die Füße mit Produkten, die dafür nicht gedacht waren, aber natürlich trotzdem funktionieren ;-)

Meine gebunkerten Vorräte werden mich auf diese Art noch Jahre begleiten...

In meinem schon etwas reiferen Alter bin ich also drauf gekommen, dass ausgiebige Pflegerituale nicht mein Ding sind. Fünf verschiedene Produkte nach dem Duschen zu benutzen macht mich nicht glücklich sondern nervt. Nass machen, einseifen, abspülen, abtrocknen - so sieht für mich eine perfekte Dusche aus. Gesicht genauso: Einseifen, abtrocknen, eincremen. Bloß kein Gesichtswasser, kein Serum, kein Layering von Produkten. Und die Creme sollte Tag und Nacht die selbe sein. Bin ich Asket? Oder nur faul? Egal. Das Einzige, was die Vollkommenheit stört, sind die Relikte vergangener Tage...


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